Über uns

NABU-Ortsgruppe Meerbachtal Zell/Gronau e.V.

Der Verein ist im Tal des Meerbachs mit den Ortschaften Gronau und Zell beheimatet. Die beiden Ortsteile gehören zur Stadt Bensheim an der Bergstraße.

Die Anfänge des Vereins gehen auf das Jahr 1986 zurück. Die Gründung erfolgte im Deutschen Bund für Vogelschutz.

Schon früh erkannten die Mitglieder die Zusammenhänge zwischen intakten Lebensräumen und der daraus entspringenden Vielfalt. So wurde damals schon der Grundstein für umfassenden Naturschutz gelegt, obwohl die Bezeichnung Bund für Vogelschutz noch lange Bestand haben sollte. Bereits im Sommer vor der Gründung der Ortsgruppe mähte eine kleine Gruppe aus Zell und Gronau Flächen im Hartmannsrech frei, die von der Kanadischen Goldrute (solidago canadensis) überwuchert waren. Am 10.September 1986 wurde eine vorbereitende Sitzung zur Gründung einer Ortsgruppe einberufen. In einer Presseveröffentlichung ist zu lesen, dass die Ziele des Vereins in einem umfassenden Naturschutz unter Einbeziehung aller Lebensräume wie Trockenrasen, Streuobstwiesen, Bachläufen und Teichen bestehen. Am 02. Oktober wurde Richtlinien für eine Satzung, ein Terminplan für das Folgejahr sowie Arbeitseinsätze festgelegt. Mit einer sehr gut besuchten Ausstellung im Dorfgemeinschaftshaus präsentierte sich die neue Ortsgruppe der Öffentlichkeit. Damit klang das Gründungsjahr aus, die Basis für weitere erfolgreiche Arbeit war geschaffen.

1987 war geprägt von zahlreichen Aktivitäten, ein Rhythmus von Arbeitseinsätzen, Versammlungen und öffentlichen Veranstaltungen entstand, der bis zum heutigen Tag anhält. Im Bereich des Hartmannsrechs, dem heute noch zentralen und größten Bereich der Pflegearbeit, wurden einheimische Sträucher gepflanzt und Raumauern angelegt. Bereits in diesem Jahr entstanden fast zwangsläufig Kontakte zur Stadt Bensheim, der Naturschutzbehörde, den Forstämtern und anderen Institutionen. Ausnahmslos haben alle die Vorhaben des Vereins unterstützt.

Die Zeit bis zur politischen Wende war geprägt durch hohe Beteiligung der Mitglieder an der Vereinsarbeit, es wurden Pflegeverträge für Grundstücke abgeschlossen, der erste Balkenmäher angeschafft, und eine Gerätehalle in den Räumen der ehemaligen Raiffeisenfiliale eingerichtet. Die Anzahl der Mitglieder stieg in dieser Zeit auf über siebzig Personen an. Erwähnenswert ist das Engagement der Stadtverwaltung Bensheim, die sogar Grundstücke ankaufte und dem Verein zur Pflege übergab.

Was sich lange angedeutet hatte, wurde nun deutlich erkennbar: Die Maßnahmen des übergreifenden Naturschutzes zeigten hervorragende Erfolge. Der Steinkauz, lange verschollen, siedelte sich durch das Anbringen von Brutröhren wieder an. Die Orchideen der Trockenrasen vermehrten sich, neue kamen durch Windflug dazu und fanden ideale Bedingungen.

Im Herbst 1990 wurde der Ortsgruppe der Umweltschutzpreis des Kreises Bergstraße verliehen. Das war eine überraschende und großartige Anerkennung der gerade einmal vier Jahre dauernden Vereinsarbeit. Nach der Umbenennung in NABU, und der erforderlichen Neufassung der Satzung erfolgte die Eintragung in das Vereinsregister und die Anerkennung als gemeinnütziger Verein. Großzügige Unterstützung durch die Stadt Bensheim ermöglichte die Anmietung einer neuen Gerätehalle, die in Eigenhilfe komplett ausgebaut wurde. Ein fahrbarer Mäher wurde angeschafft, was die Arbeit an den Steilhängen wesentlich erleichterte. Über Jahre waren Zivildienstler für den Verein tätig. Verschiedene Institutionen führten Forschungsarbeiten und Gutachten auf den Pflegeflächen durch. Prof. Dr. Norbert Hölzel, der Ortsgruppe und dem Naturschutz schon lange verbunden, erstellte einen umfassenden Bericht, leitete Exkursionen und steht heute noch gerne mit Rat und Tat zur Seite. Dreißig Hektar Wiesenfläche, Feuchtgebiete und Amphibienteiche umfasste das Jahresprogramm. Die kontinuierliche Arbeit brachte immer wieder unerwartete Erfolge: Seit 2009 hat sich die Gottesanbeterin angesiedelt, ein exotisch anmutendes Insekt, extrem an einen speziellen Lebensraum angepasst. Die Blüte der einheimischen Orchideen war 2010 von großer Vielfalt und extremer Verbreitung. So werden die Anstrengungen ständig belohnt.

Im Jahr des 25.Jubiläums betrug die Mitgliederzahl 130 Personen.

Eine großartige, bestens besuchte Ausstellung zu diesem Anlass wurde im Zeller Dorfgemeinschaftshaus gestaltet.

Der aktuelle Mitgliederstand (2017) beläuft sich auf 141 Mitglieder, die Pflegeflächen unter Vertrag auf … Hektar. Zusätzlich werden im Auftrag von Forst und anderen Verbänden … Hektar gemäht. Der Verein verfügt über einen vielfältigen Maschinenpark für die Landschaftspflege. Öffentlichkeitsarbeit und Mitwirkung bei anderen Veranstaltungen wie dem Zeller Dorfjubiläum sind weitere Schwerpunkte. Leider gelang es nie, eine Kinder- oder Jugendgruppe aufzubauen, obwohl die Verantwortlichen speziell in den Gründerjahren sehr darum bemühten.